13.05.2014

Chaos-Baustellen sind Kampagne, um das Image Deutschlands zu verbessern



Die Chaos-Baustellen Elbphilharmonie, Berliner Flughafen und Bahnunterführung Klein-Grützburg-Zentrum sind anscheinend die Erfindung einer cleveren Werbeagentur. Ziel sei es gewesen, das miese Image Deutschlands bei seinen europäischen Nachbarn aufzupolieren.                                                                                                                         
                                
Der Art Director der beauftragten Agentur erläuterte: „Jahrzehntelang galten die Deutschen als super-effizient, gute Ingenieure und bestens organisiert. Das Ergebnis: Keiner konnte uns ausstehen. Wer mag schon solche Streber?“                                                                      
Der Auftrag soll aus Regierungskreisen erteilt worden sein. Die „arm, aber sexy“-Werbung der Hartz-IV-Hauptstadt „war ein Schritt in die richtige Richtung“, erinnert sich der Art Director. „Auf die Dauer reichte das aber nicht. Die Sache drohte zu verflachen. Es musste eine Steigerung her. Dann kam uns die Sache mit dem Chaos-Flughafen in den Sinn.“
                                                                                                                          
Dort sollten nie Flugzeuge starten, verrät der clevere Werbestratege. „Von Anfang an ging es darum, dass alles schiefgehen sollte und es ging alles schief. Das Ergebnis: Nun lachen alle über uns lustige Leute sind sympathisch, und vor Losern hat keiner Angst.“

Damit das Ganze nicht als einzelner Ausrutscher erscheint, wurde zusätzlich die Elbphilharmonie erfunden. „Niemand braucht ein Konzerthaus auf einem alten, hässlichen Speicher im Hafen. Die ideale Gelegenheit für uns, das liebenswerte Loser-Image auszubauen. So steht auch die zweitgrößte Stadt Deutschlands genau so da, wie wir sie haben wollten: als Versager. Wunderbar.“
                                                               
Auch weitere Dauerbaustellen in kleineren Städten gehen demnach auf das Konto der Werbefachleute.

Die Strategie war so brillant, dass die Agentur bereits zahlreiche ähnliche Projekte plane. „Wir werden das Chaos in Deutschland perfektionieren“, verspricht er.